Symphonieorchester Vorarlberg
 

Konzert 6

Montforthaus Feldkirch: SA 16. Mai 2020, 19.30 Uhr
Festspielhaus Bregenz: SO 17. Mai 2020, 19.30 Uhr
Nicholas Milton • Dirigent
Bernd Alois Zimmermann • Märchen-Suite für Orchester
Anton Bruckner • Symphonie Nr. 3 d-Moll WAB 103, 3. Fassung von 1889

Bernd Alois Zimmermanns Karriere war vom Schrecken des 20. Jahrhunderts geprägt. Geboren 1918 studierte er Musik, musste 1939, mit 21 Jahren, jedoch für drei Jahre einrücken. Nach diesen schrecklichen Eindrücken kehrte er zur Musik zurück, doch auch nach dem Ende des Krieges gestaltete es sich im zerstörten Deutschland schwierig, als Komponist sein Auslangen zu finden. Zimmermann arrangierte Unterhaltungs­musik und schrieb Musik zu Schulfunksendungen und Hörspielen. Selbstverständlich besuchte er die legendären und prägenden Darmstädter Ferienkurse für neue Musik, wo sich die Avantgarde rund um Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez traf. Doch waren Zimmermann deren Auffassungen zu radikal, zu dogmatisch. Ab 1950 konnte Zimmermann mit seinem Violinkonzert reüssieren, er erhielt Kompositionsaufträge und machte sich einen Namen, der jedoch nicht immer auf Zustimmung stieß. Ebenfalls im Jahr 1950 schuf er die impressionistische Märchen-Suite für Orchester, die Uraufführung fand jedoch erst 2001 in Berlin statt.

Anton Bruckner war bekannt dafür, seine Symphonien oftmals zu überarbeiten. Jede Kritik nahm er sich zu Herzen und versuchte, allen Einwänden gerecht zu werden. Dies gilt in ­Besonderem für die 3. Symphonie mit folgender Widmung: »Sr. Hochwohlgeboren Meister Richard Wagner, dem unerreichten, weltberühmten und erhabenen Meister der Dicht- und Tonkunst in tiefster Ehrfurcht gewidmet.« Die 1873 in Bayreuth vorgelegte Fassung, in die Bruckner Wagner-Zitate verwoben hatte, wurde 1876 | 77 überarbeitet, die Wagner-­Zitate getilgt. 1888 | 89 kürzte Bruckner auf Anraten seiner Schüler das Finale – eine Änderung, die Gustav Mahler für völlig überflüssig hielt, noch dazu war sie nicht von Bruckner allein, sondern auch von Dritten vorgenommen worden und ist daher nicht als authentisch anzusehen. Die 3. Symphonie erlebte vorerst in der 2. Fassung ihre Uraufführung und fiel prompt durch. Erst die 3. Fassung brachte Bruckner den ersehnten Erfolg. Sie wurde von Leopold Nowak ediert und kommt auch in diesem Konzert zur Aufführung.


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