Symphonieorchester Vorarlberg
 
13 Jahre unbändiger Einsatz am Dirigentenpult

Gérard Korsten leitet am 26. und 27. Mai sein letztes Abo-Konzert als Chefdirigent des SOV. Der gebürtige Südafrikaner, der sich in Zukunft vermehrt seiner Familie widmen will, blickt auf eine glückliche und erfolgreiche Zeit in Vorarlberg zurück. Wir haben ihn zum Interview getroffen:


Herr Korsten, welche Zielsetzungen hatten sie bei der Übernahme des SOV?
Als ich das Orchester 2005 übernahm, war es schon gut in Form. Mein Vorgänger, der langjährige Chefdirigent Christoph Eberle hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Mein Ziel war es, vor allem am Klang und an der Professionalität des Orchesters zu arbeiten. Aber auch das Zusammenspiel der verschiedenen Gruppen innerhalb des Orchesters war ein Thema. Man kann sagen, dass wir diese Ziele über die Jahre erreicht haben.

Die Musiker betonen immer wieder die wertvollen Impulse, die Sie ihnen gegeben haben. Was nehmen Sie aus der Zeit mit dem SOV mit?
Ich habe sehr, sehr viel gelernt, viele neue Werke dirigiert und mein Repertoire erweitert. Mir war es auch immer wichtig, gut mit den Musikern umzugehen und menschlich zu sein.

Wie hat sich das Orchester in den 13 Jahren verändert?
Positiv. Es hat über die Jahre ein Generationenwechsel stattgefunden und es sind viele neue Musiker zum Orchester gekommen.

Was waren die Highlights?
Die vielen Konzerte! Ich glaube, es waren über 150 Konzerte, aber jedes einzelne davon war ein besonderes Erlebnis.

Haben Sie einen Glücksbringer für Ihre Auftritte gehabt? Einen Lieblingsanzug oder etwas Ähnliches?
Ich bin nicht abergläubisch, aber vor vielen Jahren hat mir meine Mutter einen goldenen Krügerrand geschenkt. Diese Münze habe ich immer bei mir. Sie erinnert mich an meine Mutter, die ich sehr geliebt habe.

Was hat Ihnen in Vorarlberg besonders gut gefallen? Was werden Sie vermissen?
Ich habe hier ganz viele liebe und nette Menschen kennengelernt. Auch die Natur in Vorarlberg ist wunderschön – ich liebe das Wasser und den Bodensee, das viele Grün und die Berge!

Dirigieren bedeutet auch großen körperlichen Einsatz. Wie halten Sie sich fit?
Dirigieren ist physisch unglaublich anstrengend. Ende 2017 musste ich wegen Rücken- und Schulterproblemen Konzerte absagen und fast drei Monate lang pausieren. Viele meiner Berufskollegen kämpfen mit ähnlichen Problemen. Ich versuche jeden Tag viel zu gehen. Nicht joggen, einfach schnell gehen. Das hilft und am See in Bregenz war das immer sehr schön.

Verlassen Sie Bregenz mit einem weinenden und einem lachenden Auge?
Ich verlasse das SOV und Bregenz sehr glücklich. Es gibt fast nur gute Erinnerungen.
Schade ist, dass ich meine Freunde und Kollegen hier weniger sehen werde.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Ich werde weniger dirigieren und versuchen, so oft wie möglich zuhause bei meiner Familie in Zürich und bei meinen Töchtern in Mailand zu sein. Das war in den letzten 35 Jahren nicht möglich. Unsere freie Zeit verbringen wir in unserem Haus in Arezzo, in der Toskana.


Manfred Schnetzer, Präsident des SOV, und Thomas Heißbauer, Geschäftsführer des SOV, danken Gérard Korsten im Namen des gesamten Orchesters ganz herzlich für sein langjähriges, hervorragendes Engagement, für seine Energie und seine wertvollen Impulse. Sie wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und freuen sich, dass Gérard Korsten dem SOV eng verbunden bleibt.

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